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Ein Struwwelkopf

Forscher erproben neue Therapie mit Antikörpern

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Quelle: Fotolia.de - Anyka

Der Jahreskongress der amerikanischen Neurologen-Gesellschaft, der American Academy of Neurology, ist die größte internationale Tagung im Bereich der Neurologie. Tausende von Nervenärzten aus aller Welt trafen sich in diesem Jahr im kanadischen Toronto, um sich über aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse und neue Therapiemöglichkeiten für neurologische Erkrankungen wie die Alzheimer-Demenz auszutauschen.

Zu den Höhepunkten des Kongresses gehörten zwei Vorträge von Medizinern des NewYorker Presbyterian Hospital. Sie berichteten von ersten Erfolgen mit einer experimentellen Immuntherapie, bei der körpereigene Antikörper gegen Alzheimer-Demenz eingesetzt werden.

Ergebnisse aus einer Forschungsstudie: Hirnleistung und Gedächtnis werden geschützt

In einer Studie hatten die New Yorker Wissenschaftler eine kleine Gruppe von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz mit dem menschlichen Antikörper Gammaglobulin behandelt. Nach Abschluss der Behandlung nahmen die Patienten an Gedächtnis- und Gehirnleistungstests teil und unterzogen sich einer Magnetresonanztomografie des Gehirns.

In ihrem Vortrag stellte die Neuropsychologin Dr. Diamanto Tsakanikas die Ergebnisse der Gedächtnis- und Gehirnleistungstests vor: Patienten, die mit Gammaglobulin behandelt worden waren, zeigten einen deutlich geringeren Rückgang ihrer Hirnleistung und ihres Erinnerungsvermögens als Patienten, die nur ein Placebo (Scheinmedikament) erhalten hatten. "Insbesondere kognitive Funktionen, die von den frontalen Regionen des Gehirns vermittelt werden, profitierten von der Gammaglobulin-Behandlung", berichtete Tsakanikas.

Blick ins Gehirn: Untergang von Nervenzellen ausgebremst

Der Gedächtnisspezialist Dr. Norman Relkin berichtete von den Erkenntnissen, die die Forscher aus den magnetresonanztomografischen Untersuchungen gewonnen haben: Während bei Patienten, die nur ein Placebo erhalten hatten, das Gehirn um mehr als zwei Prozent schrumpfte, gingen bei den mit Gammaglobulin behandelten Patienten nur 1,6 Prozent der Gehirnzellen zugrunde - ein statistisch bedeutsamer Unterschied. Das Gehirn eines an Alzheimer-Demenz erkrankten Menschen schrumpft normalerweise drei- bis viermal schneller als das Gehirn eines gesunden älteren Menschen, erläuterte Dr. Relkin. Wenn es gelänge, diesen beschleunigten Abbau zu bremsen, könnte dies auch die kognitiven Funktionen länger aufrecht erhalten.

Experimentell: Weitere Forschung dringend notwendig

Als nächstes steht für die Forscher um Relkin und Tsakanikas die Auswertung einer Studie mit einer deutlich größeren Patientengruppe an. "Ich freue mich schon darauf, die Daten dieser Studie auszuwerten, sobald sie abgeschlossen ist", sagte Dr. Relkin. Da an dieser Untersuchung viel mehr Patienten teilnehmen, werde sie noch detailliertere Informationen über die Auswirkungen der derzeit noch experimentellen Gammaglobulin-Behandlung auf das Gehirn von Alzheimer-Patienten liefern.

Das in der Studie von Dr. Relkin und Dr. Tsakanikas verwendete Gammaglobulin-Präparat ist derzeit noch nicht für die Behandlung der Alzheimer-Demenz zugelassen. Es darf daher nur als experimenteller Wirkstoff in wissenschaftlichen Studien eingesetzt werden.

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Letzte Änderung: 25.05.2010, 11:42 Uhr

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Stand: 25.05.2010, 11:42 Uhr
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